Rettung für Säuglinge mit lebensbedrohlicher Zwerchfellhernie
Bei etwa einem von 2.500 Kindern tritt eine Zwerchfellhernie auf. Das heißt, dass sich beim Ungeborenen durch den fehlenden
Verschluss des Zwerchfells die Bauchorgane wie Magen, Milz und Darm in die Brusthöhle verlagert haben und die Entwicklung der
Lungen dadurch schwer beschädigt wurde. Die Lage ist lebensbedrohlich, da die Lungen nach der Geburt viel zu klein sind und
die Kinder nicht atmen können.
Der Bonner Privatdozent Dr. Thomas Kohl ist Leiter des Deutschen Zentrums für Fetalchirurgie und minimal–invasive Therapie.
Am Universitätsklinikum Bonn ist er im Rahmen einer europaweit angelegten Studie verantwortlich für eine neue vorgeburtliche
Operationsmethode, die die Überlebenschance der Kinder beträchtlich erhöhen kann: Im letzten Viertel der Schwangerschaft
wird der Mutter über eine kleine Öffnung im Bauch ein Operationsgerät in die Fruchthöhle eingeführt. Unter
Ultraschallkontrolle führt Dr. Kohl durch die Mundhöhle des Ungeborenen ein Fetoskop in die Luftröhre ein.
Anschließend wird ein Miniatur-Latexballon in der Luftröhre platziert und aufgeblasen (Tracheal-Ballonokklusion).
Dadurch verschließt er den Atemkanal und das von der vorgeburtlichen Lunge produzierte Wasser kann nicht mehr abfließen.
Der so aufgebaute Flüssigkeitsdruck regt die Lunge zum Wachstum an, es bildet sich neues Lungengewebe. Nach zwei bis drei Wochen
wird der Ballon mittels eines Lasers zerstört, die Atemwege werden frei. Die Kinder werden nach der Geburt von Dr. Thomas Schaible,
dem Spezialisten der kooperierenden Uniklinik Mannheim, intensivmedizinisch weiter betreut.
Die hochkompliziert Operationsmethode erfordert eine besonders ausgebildete Operationsschwester. Die Mittel hierzu fehlen dem Spezialisten.
Die Stiftung Sterntaler möchte die Finanzierung dieser Fachkraft langfristig unterstützen, um den bedrohten Säuglingen eine Überlebenschance einzuräumen. Dafür erforderlich sind 35.000,-- Euro. Die ersten 6.500,-- Euro wurden bei der Versteigerung eines von Audi gestifteten Roadster TT erlöst. Der Rechtsanwalt Guido Wurll ersteigerte bei der Sterntaler Sommernacht das Recht, diesen Wagen für ein Jahr kostenfrei zu fahren.
